Don Juan und Faust

Christian Dietrich Grabbe

Aufführungen Oktober - Dezember 2000

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Regie: Marcus Strahl
Don Gusman, der Gouverneur Bruno Thost / Peter Janisch
Donna Anna, seine Tochter Katja Thost
Don Octavio Michael Praig
Don Juan, spanischer Grande Michael Schefts
Doktor Faust Walter Holub
Ein Ritter ("Teufel") Helene Susanne Grohma
Leporello, Diener des Don Juan Alexander Buczolich
Lisette, Magd der Donna Anna  

Bearbeitung und Regie: Marcus Strahl
Bühne: Manfred Tscherne
Kostüme: Mila Janisch
Assistenz: Gaby Edelmann
Fechtchoreographie: Thomas Koziol
Licht- und Tontechnik: Michael Grundner

Spieltermine:

Spieltage Uhrzeit Bemerkungen
27. Oktober 2000 19:30 Uhr Premiere
28. Oktober 2000 19:30 Uhr
31. Oktober 2000 19:30 Uhr
1.-4. November 2000 19:30 Uhr
16.11.-16. Dezember 2000 19:30 Uhr

Sonntag und Montag spielfrei

Marcus Strahl: Gedanken zur Inszenierung

Warum wurde das Stück in den letzten vierzig Jahren so gut wie nie gespielt?
Das war die Kernfrage, die sich mir aufdrängte, als ich Don Juan und Faust das erste Mal gelesen hatte.

Formal war es ein "Klassiker" des Klassizismus im besten Sinne. Sprachlich war es von einer unerhörten Schönheit, spannend war es bis zur letzten Seite und dramaturgisch war nicht nur nichts daran auszusetzen, sondern es faszinierte sogar, wie Grabbe behutsam, ja gerade zärtlich, Szenen, die man von den beiden Meistern Goethe und Mozart kennt, nicht kopiert, sondern sie in seine persönliche Sprache und Sichtweise übersetzt, um dann plötzlich einen völlig eigenen Handlungsstrang zu entwickeln.

Nein, am Stück konnte es nicht liegen - vielleicht war es die Achtung, die Demut vor diesen beiden Titanen, die viele zurückschrecken ließ, sich an das Thema dieses Weltenstürmer-Dramas, das schon zu seiner Zeit als Spinnerei abgetan wurde, heranzuwagen!? Dabei bietet dieses Werk auch, um es mit den Worten von Gabriella Lorenz zu sagen, die Chance es als "komplexes Psychogramm unseres postmodernen Zeitalters" zu sehen: Zwei Männer-Mythen werden von Grabbe zum Bühnenkampf um dieselbe Frau gezwungen, Faust, der sich zum Weltschöpfer aufschwingen möchte und Don Juan, dessen einziges Credo der Hedonismus ist.

In ihrer radikalen Amoral verkörpern beide die Widersprüchlichkeit des modernen Menschen, die sich ergänzenden Gegensätze von Licht und Schatten, Narzismus und Zerstörungswillen, Tod und Lust, Gott und Teufel- zwei Seelen, ach!, in einer Brust. Grabbe führt die beiden aber zu keinem geistigen Zweikampf zusammen - jeder verteidigt unbelehrbar seinen Standpunkt bis zum bitteren Ende - so mag der Zuschauer entscheiden, wer von beiden in seinem Scheitern die Arena als Sieger verlässt!

 

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