Kein Platz für Idioten
von Felix Mitterer

 

Kritik zu "Kein Platz für Idioten" von Felix Mitterer
Wiener Zeitung 18.1.2001

Als Peter Janisch vor einiger Zeit sein Ateliertheater zum dritten Mal - diesmal am Standort Burggasse - eröffnete, schüttelten noch alle die Köpfe. Warum tut er sich das an? Warum "haut er nicht einfach den Hut drauf", wie man sagt. Unterdessen ist das neue Ateliertheater längst zum Geheimtipp geworden, zur gut ausgelasteten Kleinbühne, die Qualität garantiert. Das liegt nicht zuletzt an Janischs Mut, junge Regisseure - vorrangig Marcus Strahl - eng an sein Haus zu binden. 

Auch diesmal ist es wieder eine Inszenierung Strahls, die bei der Premiere für anhaltende Ovationen sorgte, und die in ihrer Qualität weit über dem guten Durchschnitt liegt. Felix Mitterers "Kein Platz für Idioten" hat wohl jeder etwas eifrigere Theaterbesucher schon einmal gesehen und zweifellos kann man sich dem thematisch brisanten Stück in keiner Aufführung wirklich entziehen. Doch hier ist man gebannt, hier weint man am Schluss mit dem Mann, dem man seinen Schützling entreißt. Denn Peter Janisch ist eine Idealbesetzung für die Rolle, er stellt ganz einfach, ganz schlicht einen Menschen auf die Bühne, einen ehemaligen Kraftlackel, der, wenn es darum geht Schwache zu verteidigen und für das Gute zu kämpfen, noch ein imponierendes Maß an Energie und körperlicher Stärke zu entwickeln versteht. Eine darstellerische Leistung, die einen Schauspielpreis verdienen würde. 

Ein Nachwuchspreis würde auch Michael Duregger gelten, der den behinderten Jungen dermaßen faszinierend, derart berührend gestaltet, dass einem fast der Atem stockt. Daneben weiters hervorragende Leistungen von Margot Scofic-Ganser, Christiane Renhardt, René Magul, Franz Becke und Wilhelm Seledec. 

Bühnenbild (Manfred Tscherne), und Kostüme (Mila Janisch) unterstützen eine Aufführung, die man so schnell nicht wieder vergisst. Eine Aufführung, die sich traut, die heute so belächelte Menschlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen. 

 

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